Klischees über Klischees – wie ihr euer Studium finanzieren könnt

07.10.2018

 

 

„Für ein Stipendium reichen meine Noten nicht aus!“ und „Bloß die Finger weg von Krediten, da verschulde ich mich noch ehe ich anfange Geld zu verdienen!“

Wenn es um die Finanzierung des Studiums geht, geraten viele Studenten noch vor Beginn in Panik. Während die einen dank ihrer Eltern sich um finanzielle Angelegenheiten keine Sorgen machen zu müssen, grübelt die Mehrheit aller Studierenden darüber, was sie tun können, um gut über die Runden zu kommen. Dabei gibt es doch zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten. Vergisst die Klischees über Bafög, Stipendien, Studienkredite!

 

„Für ein Stipendium brauch man Top-Noten.“

Falsch! Wusstet ihr, dass etwa 40 Prozent der Stipendienfonds sich nicht primär an den Noten und der Leistung der Bewerber orientieren? Bundesweit gibt es über 2000 Förderprogramme, davon zählt allein der Stipendienlotse des Bundesministeriums für Bildung und Förderung rund 1300 Stiftungen in ihrer Datenbank. Stiftungen eilt der Ruf nach, dass die Auswahl der Stipendiaten sich immer an der Leistung und den guten Noten orientiert – Eine klare Fehleinschätzung. Jede Stiftung hat unterschiedliche Voraussetzungen. Häufig sind andere Faktoren wie Wissensdurst und der Wunsch, sich die Welt anzueignen, viel eher ein Kriterium für Stipendiaten. Die größte Problematik, was auch der Grund für das bestehende Klischee ist, ist, dass aufgrund dieses Rufs sich meistens jene Studenten um ein Stipendium bewerben, die ohnehin aus Akademiker-Familien stammen und gar nicht erst auf diese Stütze angewiesen sind. Mehr über Stipendien und welche Möglichkeiten ihr habt, erfahrt in unserem Blogbeitrag: „Ein Stipendium? Dafür habe ich zu schlechte Noten!“

 

„Meine Eltern verdienen zu viel, BAföG bekomme ich nicht.“

Die Annahme stimmt, denn das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) gewährt nur unter Anrechnung des Elterneinkommens Studierenden die Finanzierungshilfe. Ein Anspruch auf BAföG besteht also nur dann, wenn die unterhaltspflichtigen Eltern nicht in der Lage sind, die Ausbildung ihres Kindes selbst zu finanzieren. Es gibt nur wenige Ausnahmefälle, in denen die Förderung unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt wird. Die aktuelle BAföG-Reform legt einen Elternfreibetrag von 1.715 Euro im Monat vor. BaföG-Empfängern ist demnach erlaubt, bis zu 450 Euro monatlichen hinzuzuverdienen. Hierbei gilt es insbesondere den jährlichen Steuerfreibetrag nicht zu überschreiten.

 

„Studienkredit – da verschulde ich mich noch mein für mein halbes Leben“

Studierende, die sich unmotiviert durch das Studium quälen und auch gar nicht so genau wissen, ob sie es bis zum Schluss noch durchziehen oder auch diejenigen, die einfach einen übertrieben hohen Lebensstandard genießen wollen, sollten sicherlich die Finger von Studienkrediten lassen. Wer wiederum in seine Zukunft investieren will, für den ist ein Studienkredit weitaus sinnvoller.
Ein Studienkredit ist in diesem Fall kein erdrückender Schuldenberg, der einem nach dem Studium jegliche Flexibilität nimmt. In Deutschland ist es ganz anders als beispielsweise in den USA. Hier dienen Studienkredite viel eher zur Ergänzungsfinanzierung. Zudem gewähren die meistens Anbieter von Studienkrediten nach dem Studium eine kleine Pause von ca. 2 Jahren, um die Schulden wieder zurückzuzahlen. Manche sehen sogar ein Mindesteinkommen vor, das heißt, man muss erst zurückzahlen, wenn das Gehalt eine bestimmte Grenze überschreitet.