Studienabbruch – Inbegriff des Versagens oder die beste Entscheidung?

19.08.2018

 

 

Was man einst begonnen hat, das bringt man auch zu Ende! Doch was ist, wenn das Studium doch nicht das Wahre ist, wieso sich weiter damit quälen? 
Seien wir mal ehrlich, wer hat nicht schon das ein oder andere Mal während seines Studiums Dinge gesagt wie: „Ich will nicht mehr!“, „Warum mach ich das überhaupt?“, „Will ich wirklich mein Leben lang in diesem Beruf arbeiten?“. Tja, ein Studium kann auch mal frustrierend sein und ist halt nicht immer spaßig. Doch während es bei den einen nur Phasenweise schlecht zu laufen scheint, erleben andere das komplette Studium als eine einzige Qual. Der Gedanke an die nächsten Prüfungen bereitet einem Kopfschmerzen und die Uni wird zu einer verhassten Anstalt. Spätestens dann treffen die ersten Gedanken über ein Studiumabbruch ein.  Dies ist allerdings ein Schritt der vielen Angst macht und sie verunsichert, denn ein Studienabbruch ist für viele der Inbegriff des Scheiterns. Wir verraten euch, dass das nicht stimmt und zeigen euch die positiven Aspekte, die ein Abbruch des Studiums mit sich bringen kann!

 

Die Qual der Wahl

Bevor du nun voreilig handelst und alles hinschmeißt, solltest du dich ernsthaft mit den Gründen auseinandersetzen. Du solltest dir also darüber bewusst sein wieso du aufhören willst und dich fragen, ob es nicht noch eine Möglichkeit gibt doch noch dran zu bleiben. Manchmal ist es nur eine Frage der eigenen Einstellung und schon eine kleine Veränderung kann einen wieder umstimmen. Bei der Entscheidung können folgende Fragen weiterhelfen:

  • Ist es wirklich das gesamte Studium was dich frustriert oder ist es lediglich eine anstehende Klausur, eine Pflichtveranstaltung im Semester?
  • Erinnerst du dich daran, weshalb du dich für das Studium entschieden hast?
  • Kannst du dir vorstellen mit deinem Studienabschluss einem passenden Beruf nachzugehen?
  • Weißt du was du im Falle eines Studienabbruchs machen willst?

Wenn dich diese Fragen darin bestärkt haben das Studium abzubrechen, solltest du möglicherweise wirklich einen Abbruch in Erwägung ziehen.

 

Die Angst überwinden

Auch wenn viele Studierende, die den Gedanken hegen abzubrechen, es spüren, dass der Studiengang nichts für sie ist, fällt es dennoch schwer eine endgültige Entscheidung zu treffen. Es ist zwar nicht verkehrt nicht überstürzt zu handeln, aber man sollte auch nicht unnötig viel Zeit damit verschwenden es hinauszuzögern, bloß weil man Angst vor den Konsequenzen hat.

Ein Studienabbruch wird häufig mit einem Versagen in Verbindung gebracht. Man beginnt an sich selbst zu zweifeln und befürchtet sich vor der Familie, den Freuen und er Gesellschaft für diese Entscheidung immer rechtfertigen zu müssen. Sätze wie: „Lerne doch einfach mal mehr!“, „Komm beiß die Zähne zusammen.“, sind alles andere als hilfreich und bestärken nur das Gefühl des Scheiterns, wenn man abbrechen sollte. Dabei hat ein Studienabbruch nichts mit dem eigenen Fleiß oder Durchhaltevermögen zu tun, sondern einfach damit, dass man für sich gemerkt hat, dass der Studiengang einem nicht zu dem Ziel führt an welches man gelangen will.

Wenn du ernsthaft darüber nachdenkst dein Studium an den Nagel zu hängen, sei dir bewusst, dass es ein hohes Maß an Stärke erfordert sich einzugestehen, dass man den falschen Weg eingeschlagen hat. Sei bereit etwas in deinem Leben zu verändern. Die Entscheidung liegt letztlich bei jedem selbst! Auch wenn es eine gewisse Zeit brauch, bis die Menschen um dir herum deine Entscheidung nachvollziehen können, solltest du immer daran Glauben, dass es das Richtige war.

 

Fehler sind da, um aus ihnen zu lernen

Viele Studienabbrecher empfinden den Abbruch als eine große Erleichterung. Während die Entscheidung lange Zeit schwer auf den Schultern gelastet hat, fühlt man sich endlich befreit. Spätestens, wenn du dieses Gefühl hast, weißt du, dass es die richtige Entscheidung war. Plötzlich scheint das Gefühl des Scheiterns vorbei zu sein und es fühlt sich lediglich nach einem Beinbruch an, welches schnell wieder geheilt ist.

Ein Studienabbruch ist kein Karriereaus! Die falsche Entscheidung hat den Weg zum Ziel lediglich gestört. Wie sagt man so schön: „Fehler sind da, um aus ihnen zu lernen!“. Du kannst vieles aus deinem angefangenen Studium mitnehmen und weißt nun viel besser, was für einen Berufsweg du nicht gehen willst und was dir keinen spaß macht. Dies ist eine Orientierungshilfe, um einen neuen Weg zu finden. Zudem kannst du dir ggf. bei einem Studiengangwechsel inige bereits gesammelte Punkte anrechnen lassen.

 

Wie begründe ich mein Studienabbruch beim Bewerbungsgespräch

Ein Studienabbruch lässt sich im Lebenslauf leider nicht unsichtbar machen. Es entsteht plötzlich eine Lücke, die man möglicherweise bei einem zukünftigen Bewerbungsgespräch erklären muss. Daher ist es besonders hilfreich wenn du dich auf entsprechende Fragen vorbereitest. Vermittle, dass dein Abbruch keine unüberlegte Entscheidung war und du es nicht bereust. Das zeugt von Eigenverantwortung und einer Entscheidungsfreudigkeit. Nur wenn du selbst von deiner Entscheidung überzeugt bist, kannst du auch andere davon überzeugen und der Bruch in deinem Lebenslauf ist kein Stolperstein!