Vor- und Nachteile des Homeoffice

23.04.2017

 

 

Die Niederlanden sind uns bereits einige Schritte voraus, wenn es um das Homeoffice geht. Dort haben Arbeitnehmer mittlerweile das Recht auf das Arbeiten im Homeoffice, wenn sie einen ernsthaften Grund nennen können. Gründe können sowohl ein krankes Kind oder ein pflegebedürftiger Familienangehöriger sein.

In deutschen Büros hingegen muss sich das Homeoffice-Konzept erst noch durchsetzen. Viele Unternehmen und Betriebe betrachten das Homeoffice noch aus einer sehr kritischen Sicht – vor allem die etwas älteren Arbeitnehmer. Berufseinsteiger und Studenten hingegen sehen einen großen Vorteil in der flexiblen und ortsunabhängigen Arbeitsweise.

 

Flexibilität

Der Weg zur Arbeit ist für viele Menschen häufig ein einziger Spießrutenlauf. Insbesondere Pendler, aber auch Leute die quer durch die Stadt fahren müssen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, müssen täglich viel Geduld und Zeit in ihrem Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln aufbringen. Das Arbeiten von zu Hause stellt daher für viele von ihnen eine große Entlastung dar. Die fortschrittliche Digitalisierung und die verschiedenen virtuellen Kommunikationsmittel bieten heutzutage die Möglichkeit einer innovativen Arbeitsform. Schon vor Jahrzehnten haben Gewerkschaften erkannt, dass es durch neue Technologien möglich ist Arbeitnehmer zu entlasten. Durch die immer zunehmende Digitalisierung und der dadurch geschaffenen Flexibilität ist es möglich den Beruf an den persönlichen Alltag und das Familienleben anzupassen. Doch nicht nur Arbeitnehmer profitieren vom Homeoffice. Arbeitgeber können so beispielsweise Büroraum sparen, da nicht jeder Mitarbeiter einen eigenen festen Arbeitsplatz benötigen würde. Zudem würden Mitarbeiter durch die gewonnene Flexibilität motiviert werden, da diese sich sowohl ihre Arbeitszeit freier einteilen können und sich nicht unter ständiger Beobachtung fühlen. Studien haben gezeigt, dass die Produktivität durch die Arbeit im Homeoffice fast immer größer ist, als am herkömmlichen Arbeitsplatz.

 

Heimvorteil

Das Homeoffice setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus. So ein Arbeitskonzept ist natürlich mit einigen Risiken verbunden. Jeder Mensch hat unterschiedliche Arbeitsweisen. Daher muss man sagen, dass nicht jeder Arbeitnehmer für die Arbeit im Homeoffice geeignet ist. Was auf den einen motivierend wirken kann, kann bei anderen das Gegenteil hervorrufen. Nicht jeder Mensch kann mit so viel Freiheit und Flexibilität gut umgehen. Wer im Homeoffice arbeitet, von dem wird ein hohes Maß an Selbstdisziplin gefordert. Außerdem müssen klare Linien gesetzt werden zwischen dem Privaten und der Arbeit. Das Arbeitsleben im Homeoffice darf auch nicht den privaten Raum komplett vereinnahmen, dann läuft man die Gefahr letztlich mehr zu arbeiten, als einem gut tut. Das Homeoffice darf also nicht als der eigene Lebensraum betrachtet werden. Viele Unternehmen, die das Homeoffice anbieten, tendieren daher dazu ihren Mitarbeiten ein Mischkonzept anzubieten. Das heißt, dass die Mitarbeiter einige Tage in der Woche von zu Hause aus tätig sind und die übrigen Tage im Büro arbeiten. Dieses Konzept bewährt sich nun allmählich immer mehr, denn auch die zwischenzeitliche Anwesenheit im Büro ist wichtig für einen persönlichen Austausch im Team. Es zeigt sich nun allmählich auch in Deutschland, dass flexibles Arbeiten immer beliebter wird.

 

Deutschland hinkt nach

Obwohl Unternehmen durch flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Konzepten vor allem die jungen Nachwuchstalente anlocken würden, werden diese Vorteile nur äußerst selten genutzt. In Deutschland wird das Homeoffice noch immer sehr kritisch angesehen. Das mag daran liegen, dass ein großes Misstrauen gegenüber der geschenkten Freiheit und Flexibilität besteht. Nicht nur die Arbeitgeber stellen sich quer, häufig sind es sogar die langjährigen Arbeitnehmer, die sich von so viel Veränderungen überrumpelt fühlen. Mit dem Homeoffice-Konzept hängen oftmals viele organisatorische Fragen zusammen, wie die Finanzierung der Büroausstattung, die Besteuerung des Dienstwagens oder auch versicherungstechnische Gründe. Flexibilität kann auch nicht erzwungen werden. Es muss etappenweise herangegangen werden und auch die individuellen Mitarbeiterbedürfnisse müssen berücksichtigt werden.