Wenn Studenten zu Versuchskaninchen werden – Die Arbeit als Proband

20.08.2017

 

 

Schnell und einfach verdientes Geld – für viele Studenten ein Traum. Kein Wunder also, dass sich viele junge und gesunde Studenten als Probanden für Studien anbieten. Doch welche Vorteile bietet das Probanden-Dasein und welche Risiken birgt es für die Studienteilnehmer? Wir haben das für euch mal genauer unter die Lupe genommen.

 

Das schnell verdiente Geld

Wer an einer Studie teilnimmt, wird häufig dafür entschädigt. Meistens erhält man als kleines Dankeschön, für die 10 Minuten Zeitaufwand, eine Tafel Schokolade oder Ähnliches. Doch viele Studienteilnehmer verdienen sich durch ihr Probanden-Dasein ihren Lebensunterhalt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Wenig zeitlicher Aufwand, gutes Geld und flexible Arbeitszeiten. Die Form der Studien können dabei völlig unterschiedlich sein. Ob Usability-Tests von Produkten, Umfragen oder Gedächtnisstudien für die Psychologie – kein Grund für Bedenken. Doch das große Geld verdient man mit derartig kleinen Studien nicht. Anders sieht es da bei den Medikamentenstudien aus.

 

Die Risiken des Probanden-Daseins

Bevor Medikamente auf den Markt gelangen, durchlaufen diese zahlreiche Tests und Studien. An vielen Universitäten bieten Medizin- und Pharmazeutik-Fakultäten die Möglichkeit, als Proband an ihren Studien teilzunehmen. Studenten eignen sich hierfür natürlich optimal, denn sie sind jung, oftmals sehr gesund und sind weniger voreingenommen gegenüber Studien. Was viele hierbei aber vergessen ist, dass es sich in Wirklichkeit um ein Spiel mit der Gesundheit handelt. Besonders heikel sind die Phase 1 Studien. Hierbei handelt es sich um Medikamente, welche zum ersten Mal nach den Tierversuchen an Menschen getestet werden. Ebenso hoch wie das Risiko ist aber auch die Bezahlung, die nicht selten bis zu vierstelligen Beträgen reicht.

Die Teilnahme an einer derartigen Studie sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aus dem schnell verdientem Geld kann im schlimmsten Fall auch eine gesundheitliche Erkrankung werden, falls mögliche Nebenwirkungen auftreten sollten. Sehr Riskant kann es zudem auch werden, wenn Studenten in einem kurzen Zeitraum an mehreren Studien  teilnehmen.

Natürlich sollte man auch beachten, dass die Pharma-Studien mit Menschen erst nach der Genehmigung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen sind und somit nicht völlig als Tabu erklärt werden können. In der Regel sind bei Probanden von Medizin-Studien auch keine langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen festzustellen.
Menschen, die erst vor kurzem an einer Studie teilgenommen haben, gesundheitlich vorbelastet sind oder sich unsicher fühlen, sollten sich von diesen Studien erst gar nicht anziehen lassen, ganz gleich wie viel Geld es bringt!

 

Wichtige Merkmale für Seriosität

Bevor man sich dazu bereit erklärt an einer Medikamenten-Studie teilzunehmen, sollte man auf wichtige Merkmale achten, die für die Seriosität sprechen. Als Proband musst du über alle möglichen Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden. Zudem müssen die Forscher genau prüfen, ob du überhaupt als Proband für die Studie in Frage kommst. Studien, die durch ein Universitätsklinikum durchgeführt werden oder auch von einer ärztlichen Ethikkommission begleitet werden, sprechen ebenfalls für Seriosität. Im Falle von Kompilationen kann die ärztliche Ethikkommission die Studie abbrechen.

Die Teilnahme an kleinen Studien kann also nicht nur interessant sein, sondern auch einem zwischendurch ein Scheinchen verschaffen. Bei Medikamenten-Tests hingegen ist Vorsicht geboten. Kein Geld der Welt ist so wertvoll wie die eigene Gesundheit. Daher sollte man schon bei den kleinsten Bedenken die Finger von der Teilnahme an solchen Studien lassen. Nur wenn du ein gutes Gefühl bei der Sache hast und dich sicher fühlst, kannst du über eine Teilnahme ernsthaft nachdenken.